Rettet die Welt: Geht am Sonntag wählen

 

00 19639d6f-2c6d-4e35-869f-d069c80c529e

0 024a5941-a34f-481f-94f5-5dab77eaa1e6Auch wenn es vielleicht zwischendurch hier mal unpolitisch war (wobei das Thema Mindestqualifikation im Pferdebereich ja auch politisch ist), so sollte man nie vergessen, dass wer nicht wählt, der wählt AfD und CDU.

Um das zu verhindern, haben meine Kinder und ich fleißig Wahlplakate aufgehangen und freuen uns, dass wir die nicht einzigen sind, die merken, dass es fünf vor 12 ist.

0 16e57f9d-3e7e-4c30-9793-503da4da2c23Deswegen lege ich euch heute dieses Video ans Herz: Es ist super gut recherchiert, mit vielen Quellen in der Videobeschreibung, die 1.000 Gründe liefern, warum wir die bestechliche GroKo aus CDU und SPD nicht wieder wählen sollten.

Rezo sagt, dass wer seine Stimme für Europa abgibt, ist auch Wegbereiter für eine (ökologische) Erneuerung in Deutschland. Unter dem Video von Rezo, findet ihr noch eins von den Grünen in Lindlar, wo ich Mitglied bin, denn wie das Plakat beweist: „Lindlar ist mitten in Europa“

Auch wenn Wald retten nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist, je mehr Bürger sich wehren, desto eher haben wir eine Chance unseren Kindern noch eine Zukunft zu hinterlassen. Diese Bürgerbefragung wurde bei uns im Ort übrigens im Alleingang der CDU verhindert:

514dhMFhz5L._SX384_BO1,204,203,200_Abgesehen von Umweltthemen und sozialer Gerechtigkeit liegt mir noch ein anderes Thema sehr am Herzen: Das Thema Mindestqualifikation im Pferdebereich, die es nicht gibt, so dass sich jeder, der sich berufen fühlt, Pferdetrainer nennen darf.

Der Enthüllungsroman ist zurzeit – wegen einer Einstweiligen Anordnung des Mustang Makeover – nur bei mir erhältlich. Bitte Mail an nicola-steiner@t-online.de (15 Euro inkl. Versand).

Meine anderen Bücher findet ihr auf Amazon.

Werbeanzeigen

Zwischen Jubel & Frust: Erstes Turnier für Queenie & Nicola

Wegen posttraumatischer Belastungsstörungen und Flashbacks ausgerechnet auf dem Lieblingspferd reite ich Walk Trot – und auch weil Queenie manchmal ganz schön unberechenbar ist:

HIER NACHZULESEN:

Das 1. Mal – Queenie & ich starten bei All Novice Show in Overath ( DQHA )

0 55726238_2374071625958663_71138982137692160_n

1. im Trail (Walk-Trot), je Zweite in der Pleasure, der Showmanship und beim Trail in Hand

Obwohl Queenie sich zwischendurch mit Reiter hingelegt und in der Railwork ausgetreten hat, weil ihr ein Pferd zu nah gekommen ist, liefen die Bodenarbeitsprüfungen richtig gut und ich habe einen ersten Pokal mit nach Hause genommen, der (trotz Walk-Trot) ein Symbol für mich ist, dass man Ängste überwinden kann. Er hat einen Ehrenplatz.

Was sonst noch auf dem ersten gemeinsamen Turnier mit rotzfrechem Seelenpferd passiert ist, lest ihr hier:

Queenie legt sich mit Reiter hin und buckelt, aber räumt trotzdem ab

Die Ritte findet ihr in der folgenden Playlist:

Mehr Schandtaten von Queenie lest ihr in meinem Buch „Westernreiten meets Natural Horsemanship„: Geschichten, eine Einweisung ins Natural Horsemanship und wie das NHS helfen kann, besser Western zu reiten – zumindest klappt das bei meiner Tochter, die mit einem Pony Deutsche und Landesmeisterin wurde:

German-Open-Krimisalles zur Rheinlandmeisterschaft sowie

mehrfacher Vize-Highpoint-Champion beim WRR

Obwohl es ja so war, dass uns letztes Jahr von offizieller Seite gesagt wurde, dass wir Walk-Trot reiten sollen, wenn wir die rasseoffenen Pattern zu schwer fürs Pferd finden, gab es einen Shitstorm in der Facebook-Gruppe Wittelsbuerger, (wo ich vor über einem Jahr rausgeflogen bin, ohne dass mir – trotz einem Dutzend Nachfragen – gesagt wurde, warum eigentlich) einen Shitstorm. Manchmal denke ich ja, dass dieses Theater nur abgezogen wird, weil ich es mir herausnehme andere zu kritisieren, wo ich doch auch nicht fehlerfrei bin. Zu dieser abwegigen Forderung hat eine liebe Freundin einen Gastbeitrag im Partnerblog geschrieben:

Nur wer eine blütenweiße Weste hat, darf Kritik üben (Gastbeitrag)

 

Buch vom Markt, weil Mustang Makeover mit Klage droht

20841716_10210036497729105_3557113691777083739_n geschwärztDas Buch „Die Pferdemafia“ ist derzeit nur bei mir (nicola-steiner@t-online.de) erhältlich, weil das Mustang Makeover nicht nur mich, sondern auch den Herausgeber Books-on-Demand abgemahnt hat, mit denen Enthüllungsromane wohl nicht machbar sind. Es wird eine Neuauflage des Buches mit einem richtigen Verlag geben. In den Exemplaren, die ich euch wegen Verpackung und Versand (leider schwerer als 500 g) für 15 Euro verkaufe, werden vier Sätze unkenntlich gemacht: bei zweien, weil sie mir nicht wichtig genug für einen Rechtsstreit sind. Mein Anwalt hatte mich gefragt, wie viel mir an den einzelnen Punkten liegt … Weil manches unwichtig ist, habe ich bei drei von 20 geforderten Punkten, die Unterlassung erklärt. In einem der Fälle war ich tatsächlich sehr dusselig, weil ich irrtümlich bei den Spenden an den IG Mustang im Jahr 2017 einen anderen geschützten Markennamen gewählt hatte, der gar kein Verein ist – oh je und ihr glaubt nicht, wie oft ich diese Verwechslung in diversen Kommentaren – ja sogar in Fragenkatalogen ans MMO – wiederholt habe. Hätte mich ja mal jemand darauf aufmerksam machen können 😉 Egal: Ich habe jetzt diese irrtümliche Bemerkung aus allen Blogbeiträgen und Videos gelöscht. Jetzt ist da ein ziemlicher Kahlschlag unter allen MMO-Videos – nicht wundern, wenn Kommentare fehlen: Ich konnte nicht alles prüfen und habe Kommentare mit vielen Antworten aus Zeitgründen komplett gelöscht – das waren oft gerade die Pro-MMO-Kommentare, aber 30 – 40 Antworten durchlesen, das war mir zu viel Aufwand.

Die Namensverwechslung beruht auf dem, was eine Informantin mir mal geschrieben hatte. Die hatte das in der Mail an mich verwechselt, ich habe es so falsch vorgelesen und der falsche Name hat sich wohl in mein Hirn eingebrannt: Jetzt habe ich ihn raus geschnitten und es klingt etwas abgehackt ab Minute 7.

Folgender zu impulsiver Blogbeitrag (including meine Antwort auf die Abmahnung) vom Tag als mir die Abmahnung ins Haus flatterte, wurde aus oben genannten Gründen leicht editiert und etwas gekürzt.

[WEITERLESEN]

 

Outgesourct: Vorwort für Enthüllungsroman „Die Pferdemafia“

Ich hatte Platzprobleme, weil immer wieder neue hochbrisante Informationen von Informanten geliefert wurden und obwohl ich um ein Vorwort gebeten hatte, habe ich mich entschieden einen Blogbeitrag daraus zu machen. Hier liest man die Nachteile von zu viel Reglementierung. Im Buch stellt die Gastautorin ein Konzept für eine Mindestqualifikation vor. Lesenswert sind auch ihre Beiträge zum Mustang Makeover (das Essay „Wo kommen all die Indianerinnen her“ so wie Beiträge zum Sandra-Schneider-Fall „Haflinger Nero“ und der Bildsprache bei den VOX-Pferdeprofis – von Unterhaltung kann nämlich keine Rede sein.

von Lisa Eggert

514dhMFhz5L._SX384_BO1,204,203,200_Als ich im Jahr 1993 in einem ganz klassischen Reitstall meine ersten Reitstunden genommen habe, gab es dort noch Kutschpferde in Ständerhaltung, Unterricht, den ein Mann mit Peitsche in der Hand von der Mitte aus machte und zu kurze Ausbinder an allen 25 Ponys, die gleichzeitig in der Bahn waren. Nein, früher war echt nicht alles besser. Aber zumindest war die Ausbildung der Reiter dort strukturiert – entlang der diversen Abzeichen der FN wurde man vom Kleinen Hufeisen bis zum Großen Reitabzeichen auf eine bestimmte Sicht auf die Reiterei eingeschworen. Grundsätzlich ist gegen viele Regeln der FN gar nichts zu sagen. Ich wohne immer noch in der Nähe des besagten Stalls und wenn ich mir ansehe, wie die Privatpferde jeden Tag in die Führanlage anstatt auf die Wiese gebracht werden und dass die Reitschulkinder zwar gerade auf den Ponys sitzen können, aber kein Gefühl für Pferde haben, kommt mir dennoch der Gedanke, dass die strikte Verpflichtung auf diese eine bestimmte Sicht nicht alleine selig macht. Denn im Fokus dieser Sicht stehen jene Regeln, deren Einhaltung zu einem Turniersieg führen. Was der Richter sehen will, ist Ziel der Reiterei. Das muss nicht unbedingt schlecht sein. Aber viele Dinge werden so zum Selbstzweck. Folgende Sätze habe ich so oder so ähnlich von FN-Reitern aus diesem Umfeld gehört: Ich reite keine Volte in Konterstellung, weil das nirgendwo in einer Prüfung vorkommt. Warum sollte ich Zeit in Bodenarbeit und Vertrauenstraining stecken, wenn es dafür keine Prüfung gibt? Wenn du dein Pferd im Parcours spritzig haben willst, darfst du es nicht so viel auf die Wiese stellen. Es ist nicht so, dass alle Turnierreiter so denken und alle „Nur-Freizeitreiter“ automatisch pferdefreundlich sind – auch darum geht es in diesem Buch – aber einige haben durchaus diese Sichtweise und sie prägte und prägt noch die Ausbildung vieler Reiterinnen und Reiter.

Rückseite beschnittenDa meine Eltern weder mit dem Unterricht noch mit Haltung und Umgang mit den Schulpferden damals zufrieden waren – und vielleicht mit der Tatsache, dass ich in einer Reitstunde 11 Mal von Pony „Blitz“ gesegelt bin und der alte Mann mit der Peitsche mich mit den Worten „Du bringst mir hier die Abteilung durcheinander“ nach Sturz Nummer 9 im Alter von 7 Jahren auf einen nicht eingezäunten Reitplatz geschickt hat –, war ich seit 1995 auf meinem persönlichen Immenhof. Hier gab es plötzlich eine ganz andere Welt: Die Schulpferde standen auf der Wiese bzw. im Offenstall, im Mittelpunkt stand der Spaß, Ziel war es gemeinsam mit den Ponys etwas zu erleben und die privaten Einstaller waren zum Großteil Westernreiter – damals noch absolute Exoten. Meine eigene Pferdesozialisation fällt mit der Entwicklung einer Idee zusammen, die erst zu Beginn der 90er Jahre in Deutschland aufgekommen ist: „Alternatives Pferdetraining“. Mit Leuten wie Monty Roberts und Buck Branaman tauchen auch im deutschen Diskurs, der bislang mit Ikonen wie Hans-Günther Winkler oder Reiner Klimke durch den Turniersport und damit den Leistungsgedanken geprägt war, Figuren auf, die für ein ganz anderes Maß für Erfolg mit Pferden stehen. Nicht mehr der Turniersieg, sondern die Beziehung zum Partner Pferd rücken plötzlich in den Fokus. War diese Beziehung zwischen Winkler und seiner Halla noch pure Magie, so verspricht die neue Form des sanften Pferdetrainings nun jedem die Möglichkeit eine solche zu führen. Spätestens Ende der 90er Jahre ist die Szene explodiert und es tauchten Pferdeflüsterer und Horsemen auf, deren Namen zum Teil heute wieder vergessen sind. Dabei meinte „Alternativ“ immer die Abgrenzung zu traditionellen Wegen, die per se als gewalttätig galten.

Dabei vergessen jene, die in den 90ern ihre Pferde durch Round-Pens scheuchen und am Knotenhalfter durch die Gegend ziehen, dass Branaman und Roberts aus ganz anderen Reittraditionen kommen. Wenn sie nach gewaltfreien „Alternativen“ suchen, dann haben sie das Brechen von Arbeitspferden vor Augen. Dies ist in Deutschland ja nie so passiert – dass auch in der klassischen Reitweise die Jungpferde zu schnell ausgebildet werden ist eine eher neue Entwicklung. Kritik an der FN und an traditionellen Ausbildungsweisen ist durchaus berechtigt. Aber ähnlich wie einige der ersten Westernreiter in Deutschland einfach einen Sattel mit Horn auf ihre Pferde geschmissen und die Zügel am besten gar nicht mehr angefasst haben, hat sich eine krude Idee von Horsemanship in der Freizeitreiterszene verselbstständigt. Und da manchmal das einzige Kriterium ist, sich von anderen abzugrenzen, kann so gut wie jeder in diesem stetig wachsenden Bereich reüssieren.

Dieses Buch beleuchtet einerseits die Konsequenzen einer solchen ungesteuerten Entwicklung und argumentiert damit für eine Mindestqualifikation. Zum anderen werden Mechanismen aufgezeigt, die einsetzen, wenn sich sogenannte und selbst ernannte Profis und Horsemanshipler Kritik ausgesetzt sehen. Ein solches Verhalten kann natürlich nicht durch eine Mindestqualifikation verhindert werden, daher soll an dieser Stelle noch einmal für einen offeneren und freundlicheren Diskurs plädiert werden – zum Wohle der Tiere. Es darf nicht sein, dass aus Eitelkeit oder finanziellen Interessen einzelne Trainer über jeden Zweifel erhaben sind. Und nur wer bereit ist zu akzeptieren, dass sowohl die Welt der Führanlagen als auch die Welt der Round-Pens positive und negative Aspekte für das Leben und den Umgang mit unserem Partner Pferd bereithalten, und es an uns ist diese sorgsam voneinander zu unterscheiden, kann sich wohl einen wirklichen Pferdemenschen nennen.

Neues Buch: Die Pferde-Mafia – was übrig bleibt

514dhMFhz5L._SX384_BO1,204,203,200_

Ich schreibe gerade an einem neuen Buch und so weh es tut, muss man sich manchmal von bereits geschriebenen Texten trennen, weil sie entweder nicht gut genug sind oder eben doch nicht so ganz ins Thema passen.

Ihr findet unterhalb der Links einen Text, der im Mülleimer gelandet ist, weil es eine Dopplung gab – die Links führen zu Blogbeiträgen, die es erleichtern, den folgenden Text zu verstehen, falls ihr erstmals etwas davon hört, dass Bernd Hackls Verlag mich verklagt hat oder das Buch (noch) nicht kennt:

Zunächst der Blogbeitrag wegen dem meine Kinder und ich verklagt wurden und weswegen mich diese andere Bloggerin auf Facebook massiv angegangen ist, weil ich angeblich zu weit gegangen sei. Dabei war ein berechtigtes Bildzitat Grundlage der mittlerweile abgewiesenen Klage:

Pferde brechen – ein ungeheuerlicher Verdacht

HIER geht es zum Urteil

Rückseite beschnittenMehr Hintergründe zum Urteil – isbd. ein einseitiges Statement von Bernd Hackl und eine Auflistung der Kritikpunkte – findet ihr im Buch „Die Pferde-Mafia“ oder im Video unterhalb. Der folgende Blogbeitrag war im Buch ursprünglich eingebettet zwischen einem Kapitel über Serenity Horses, die zur Selbstzensur aufforderte und Ekkehard Wittelsbürger, der mich trotz einem Dutzend Nachfragen, aus seiner Facebook-Gruppe geworfen hat. Insgesamt geht es im Buch um Gemauschel, Sumpf und unterstellter krimineller Energie – rund um VOX-Pferdeprofis, Mustang Makeover und Peter Pfister. Zu Letzterem gibt es ein gesondertes Buch (zwischenzeitlich wurde Pfister zu einer vierstelligen Geldstrafe verurteilt – zu Quellen siehe Ende des Blogbeitrags).

Arschlochpferd: Kollegenschelte ist nicht gleich Kollegenschelte

Weiterlesen

Dreharbeiten auf neuem Hof: Teil 3 der Ponygeschichten zu Weihnachten

Lest den 1. Teil der Ponygeschichten im Horsemanship-Blog und den zweiten Teil im Turnierblog:

10567957_676869479054245_911709879_n

Blick aus dem Wohnzimmerfenster: Das ist unsere Ponybande, die auch gelegentlich als Rasenmäher fungieren

Mehr Ponies, mehr Mädels und mehr Erwachsene. Klar, da ging es nicht immer so idyllisch zu, wie auf dem ersten Hof. Es wurde sich gerauft und auch wieder vertragen. Pferdebegeisterte Mädels kamen und gingen. An den Wochenenden fuhren wir öfters zu diversen Straßenfesten. Wer fleißig war, durfte auch reiten.

Weiterlesen

Peter Pfister zu Geldstrafe verurteilt, weil er Pferd in den Tod trainiert hat

Pfister eMail Bremer

In die Mail der Staatsanwaltschaft Köln hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen: Es war das Amtsgericht Leverkusen

Bei einem Zirkuskurs in Leichlingen ist im April 2017 ein Pferd zu Tode gestürzt, weil  Pferdetrainer Peter Pfister mithilfe von Longen versucht hat, das Pferd in die Zirkuslektion Kompliment (ein Knicks) zu zwingen. Das Pferd war schon alt, der Übung körperlich oder geistig nicht gewachsen und ist in seiner Not 13 mal gestiegen, hat sich drei mal überschlagen und nach dem dritten Überschlag das Genick gebrochen (die letzten Minuten vor ihrem Tod, seht ihr im 3. Video). Mittlerweile ist der Trainer verurteilt worden (siehe Screenshot rechts, Bild 1: Statement des Pressesprechers der Staatsanwaltschaft) bzw. hat einen Strafbefehl akzeptiert. Das Prozedere wird ganz unten erklärt – hier das neueste Video zum Fall Pfister:

Peter Pfister wurde vom Amtsgericht Leverkusen zu 50 Tagessätzen verurteilt, weil durch sein kompromissloses Training vor fast zwei Jahren ein Pferd zu Tode gekommen ist – Hintergründe erfahrt ihr in meinem Buch „Tod eines Pferdes“, insbesondere die Tatsache, dass Pfister sich zwar entschuldigt hat, aber zeitgleich mit allen Mitteln versucht hat, Kritiker zu diskreditieren und die Presseberichterstattung zu unterdrücken. Besonders Uwe Jourdain, der das Video mit den letzten sieben Minuten vor Evitas Tod auf Facebook geteilt hat, musste einiges einstecken, denn er wurde regelrecht verleumdet – als Beleg habe ich Euch einen relevanten Ausschnitt aus einem Interview herausgesucht ….

ZU DEN VIDEOS / WEITERLESEN / ZUM SCREENSHOT

#Hambibleibt: Ein Bericht von der Großdemo am 06.10.2018

000

Überall im Wald hängen solche Schilder – mehr Fotos von der Großdemo mit Klick auf WEITERLESEN

Lest heute einen Gastbeitrag von Lisa Eggert, die bereits in den letzten Monaten in unserem Horsemanship-Blog einen kulturwissenschaftlichen Blick auf die VOX-Pferdeprofis geworfen hat (Hier geht es zu TEIL 1, in dem es um Bildsprache geht, TEIL 2 mit dem Fall Hidalgo von Bernd Hackl & TEIL 3 mit zwei Fällen von Sandra Schneider, u.a. ihr wahrscheinlich letzter Fall: Der Haflinger Nero).  Dieses Mal hat sie nun eine spannende Reportage zum Hashtag „Hambi bleibt“ geschrieben:

“ Was war das nervenaufreibend. Erst heißt es: Großdemo wegen Sicherheitsbedenken abgesagt. Dann am Freitag die unfassbare Erleichterung. Das Oberverwaltungsgericht Münster urteilt, dass die Rodung des Hambacher Forstes erst einmal gestoppt wird. Und einige Stunden später kippt das Verwaltungsgericht Aachen das Demonstrationsverbot. Wahnsinn. Aber der Reihe nach … (WEITERLESEN)

Bevor ihr auf WEITERLESEN klickt, schaut euch das Video zum Blogbeitrag an:

Schein oder Nicht-Schein oder: das liebe Geld

Heute geht’s um Zirkustricks: Peter Pfister erklärt die Reihenfolge der Übungen und nimmt Stellung zu umstrittenen Videos

Lest hier einen weiteren Ausschnitt aus meinem BuchTOD EINES PFERDES„:

Eines muss man Pfister ja lassen: Er sucht das Gespräch, aber einen Trainerschein hat er ebenso wenig wie ich oder die Gestalten, die sich im Fernsehen so Profi schimpfen, während sie im TV unter Vortäuschung von Ahnung an diversen Pferden herumdoktoren.

Pfister für Instagram

HIER geht’s zum Blogbeitrag mit Hintergründen zum Urteil

Pfister und ich haben uns durch den Telefonhörer hindurch gegenseitig auf die Schulter geklopft und uns versichert, wie viele Kurse und Lehrgänge wir statt Schein besucht haben, womit wir zumindest nicht in die Kategorie fallen, dass wir – aufgrund eines Praktikums in den USA – meinen, Profi zu sein. Wir seien insofern entlastet, dass man in Deutschland die Frage Schein oder Nicht-Schein vom Staat mit „Mir doch egal“ beantwortet bekommt. Und wenn’s denn eh jedem Wurscht ist, allen voran der zahlenden Kundschaft, fragt sich unsereiner: Was bringt mir das? Kostet ja alles Geld und die mit dem Kenntnisstand des Praktikanten greifen einem dann die Kunden ab. Dennoch ist Schein oder Nicht-Schein das übergeordnete Thema bei all meiner Kritik: Deutschland braucht eine Mindestqualifikation für Trainer und in einem zweiten Schritt ggf. auch einen Pferdeführerschein, aber darum wird es in einem anderen Blogbeitrag gehen.
Heute liegt mir nämlich ein anderes Thema am Herzen. Was sagt Peter Pfister zu den Videos, die z.T. auseinander geschnitten bzw. aus dem Zusammenhang gerissen wurden?

 

Über Evita hatten wir im allerersten Beitrag gesprochen (das Telefongespräch): Wenn ein Pferd am Rad dreht, weil man selbst aus Versehen zu viel zu schnell versucht, dann muss man raus aus der Nummer und zwar, sobald das Pferd den ersten klitzekleinen Versuch in die gewünschte Richtung macht. Damit ist die Übung für diesen Tag beendet, damit das Pferd über Nacht darüber nachdenken kann. Und wenn das Pferd völlig durchdreht, dann sollte man manchmal tatsächlich auch dann abbrechen, obwohl es den Versuch gar nicht erst gab. Das ist natürlich eine Gratwanderung und nicht ohne Risiko und daher gebe ich Pfister recht, der zwischendrin sagte: „Aber Sie kennen das doch mit den Pferden.“ Stimmt: Wer ernsthaft glaubt, dass ein Pferd immer nur lieb und nett ist und mit Handauflegen zu erziehen sei, der lügt uns entweder etwas vor oder kennt nur das eine (eigene?) Musterschüler- Pferd, das möglicherweise seine Sturm-und-Drang-Zeit seit zwei Jahrzehnten hinter sich gelassen hat oder es handelt sich um dieses eine von hundert Pferden, das wirklich immer lieb und nett ist. Also, mir ist das noch nie begegnet und ich fahr ja viel rum in der Pferdegeschichte.
Zum Pferde ausbilden gehört ja nicht nur Vertrauen: Es braucht auch Respekt. Es geht nämlich immer darum, ein gesundes Maß zwischen Gehorsam und Motivation zu finden. Und auch wenn Goethes Mephisto das Böse will und das Gute schafft, so geht es uns Menschen oft andersherum: Wir meinen es gut und es geht trotzdem voll in die Hose. Pfister wollte den Leuten z.B. keinen Steiger mit nach Hause geben und hat bei Evita durchaus verantwortungsvoll handeln wollen, als er sagte, dass ein Pferd nicht lernen soll, mit gefährlichem Verhalten „durchzukommen“. Und ganz ehrlich: Manchmal ist das ja auch so; aber ein anderes Mal ist es umso wichtiger, dass ein Pferd mit seinem „Ich sage Nein“ eben doch „durchkommt“, weil wir unsere Pferde weder entrechten noch versklaven dürfen.
Das ist wie bei unseren Kindern: Sie dürfen und müssen damit durchkommen, wenn sie sagen, dass Ballett nicht das richtige Hobby für sie ist, sie nicht die Firma des Vaters übernehmen oder ganz banal wirklich nicht wollen, dass Tante Lieselotte sie jedes Mal abküsst, wenn man dort zu Besuch ist. Sie dürfen aber nicht damit durchkommen, dass sie den Müll nicht rausbringen, die Schule schwänzen oder den kleinen Bruder vermöbeln. Wenn mein Kleinkind verweigert, dass ich es im Autositz festschnalle, dann benutze ich wohl schon so etwas wie körperliche „Gewalt“, aber eben FÜRS Kind: Ich halte es auch mit eisernem Griff fest, wenn es darauf besteht, auf die Autobahn zu rennen. Bis hierhin sind wir uns wohl einig. Aber jetzt fangen die Grauzonen an und über die schlägt man sich in so mancher Diskussion verbal die Köpfe ein.
Im Umgang mit Pferden ist das ganz ähnlich und gerade die Grauzonen füllen Tausende von Facebook-Kommentaren: Auch ich lasse ein Pferd nicht damit „durchkommen“, dass es mir auf die Füsse tritt oder meine körperliche Versehrtheit auf andere Weise gefährdet oder aber ich bestehe darauf, dass das Pferd Vor- und Hinterhand bewegt, um mir Platz zu machen, oder aber auf dem Kreis die Richtung und die Gangart hält, damit die Frage des Wer-bewegt-Wen geklärt ist. Denn wenn ich das so handhabe, kommt es gar nicht erst so weit, dass anderen Gefahr durch meine Pferde droht.
Wenn ich mir für die Ausbildung meiner Pferde viel Zeit gelassen habe und eine sinnvolle Reihenfolge in den Übungen hatte, dann darf ich sogar verlangen, dass das Pferd sein Zimmer aufräumt und den Müll rausbringt … äh pardon .. einen Beitrag dazu leistet, seine Brötchen zu verdienen, wollte ich sagen. Ich selbst habe z.B. Schulpferde und in einem gewissen Rahmen müssen sie tatsächlich funktionieren. Wenn aber jemand auf meinen Pferden sitzt, der es tritt, damit es los läuft und an den Zügeln zieht, damit es anhält, dann werde ich garstig. Denn meine Pferde haben faire Arbeitsbedingungen und bemühen sich in ihrem Job „geduldiges Schulpferd“ nach Kräften. Deswegen bekommen Sie neben Luft und Liebe noch mehr dafür zurück: Spiel und Spaß nämlich und dazu gehören bei vielen Pferden auch Zirkuslektionen: Meine vier Vierbeiner lieben Zirkustricks, aber um das sinnvoll beizubringen, sollte man nicht selbst vor sich hinwurschteln (ich gebe es zu: Genau damit habe ich vor Jahren angefangen), sondern sich fachmännische Hilfe holen.

                       Früher haben wir kleine Zirkuslektionen beim Rodeo aufgeführt

Auch wenn Pfister immer wieder betont, dass er weniger Zirkustrainer, sondern vielmehr Horsemanship-Trainer sei, so sind es gerade die Zirkuslektionen, bei denen ich vor dem Vorfall in Leichlingen dachte: „Von dem kann ich noch sehr viel lernen – auch da, wo andere nicht mehr weiterwissen.“ Auch Pfister weiß, dass nicht jedes Pferd gleich ist oder auch, dass Übungen eine sinnvolle Reihenfolge haben müssen und sagt seinen Schülern gern: „Wenn ich oben am Ende der Treppe ankommen will, muss ich jede einzelne Stufe nehmen.“ Er erzählte mir vom Fundament, das eine jegliche Pferdeausbildung benötigt: Die Zirkuslektionen seien sinnbildlich das Dach auf einem Haus, das nur auf diesem stabilen Fundament stehen kann. Ich schlug vor: „Und wenn man es verpflichtend machen würde: Wer den Horsemanship-Kurs nicht hat, der kommt nicht in den Zirkuskurs?„, aber sinnierte zeitgleich, dass man natürlich auch zumindest ein Stück weit wirtschaftlich denken muss, worauf er prompt antwortete: „Genau. Ansonsten bekomme ich meine Kurse nicht voll„, was wahrscheinlich zu einem Aufschrei im Facebook-Mob führt „Das habe ich mir doch gleich gedacht: Es geht dem nur ums Geld„. Aber so ist das eben mit den Berufen: Man muss davon leben können und deswegen sind in JEDEM Beruf Kompromisse erforderlich.

Die Playlist oberhalb zeigt wie ein anderer Trainer, Wirtschaft & Moral unter einen Hut bringt

Somit steht ein Trainer wirklich oft in einem Spannungsfeld, so dass er z.B. gezwungen ist, Einsteiger und Fortgeschrittene in einen Kurs zu packen: Sofern er den Einzelnen individuell abholt, was Pfisters erklärtes Ziel ist. Bei Evita war es allerdings der erste Kurs überhaupt. Aber selbst bei ihr wurde die Reihenfolge der Übungen eingehalten, aber möglicherweise in einem etwas zu schnellen Tempo und abgesehen von der Reihenfolge der Zirkuslektionen gibt es ja auch eine Reihenfolge der vorbereitenden Dehnungsübungen, die man bei Pfister vergeblich sucht. Und auch vorm Kompliment am Boden gibt es Zwischenschritte, denn Freddy Knie senior hat ja nicht zu Unrecht gesagt: „Jeden TAG ein Zentimeter wird auch irgendwann zum Meter„. Natürlich gibt es auch schon mal Pferde, die machen das ratzfatz in wenigen Minuten und da muss man dann nicht nur die Menschen, sondern auch die Pferde individuell abholen oder gar abbremsen. Aber wenn man dann sagt, ein einzelnes Pferd sei noch nicht so weit, bekommt man genau die Trainer unter die Nase gerieben, die da viel „lockerer“ seien und nicht so auf Sicherheit rumpochen wie unsereins. Oder es wird hintenrum gemeckert: Bei Trainer XY durfte ich ausreiten, obwohl ich noch nie auf einem Pferd gesessen habe, aber die Steiners machen da voll den Wind mit ihrer Sicherheit und das es auch den Pferden Spaß machen soll.
Gerade eben erlebt: Im eMail-Kontakt waren es angeblich beides fortgeschrittene Reiter und als sie auf dem Pferd sitzen, erfährt man nur durch inquisitorisches Nachbohren, dass ER zwar irgendwann mal drei Tage intensiv geritten ist, SIE aber erst das zweite Mal in ihrem Leben auf dem Pferd sitzt. Wenn man wirklich jedes Risiko ausschließen will, schickt man solche Leute nach der verpflichtenden Einzelstunde auf dem Reitplatz nach Hause, aber jetzt kurz vor Weihnachten brauchten wir dringend das Geld und suchten händeringend einen Kompromiss, nachdem wir soeben erst ihren Kundenwunsch „Wie soll ich jetzt ernsthaft ein Pony reiten?? Wir wollten eigentlich richtige Pferde reiten,“ abgeschmettert hatten. Wir haben halt nur den einen superbraven Lucky, für den ich die Hand ins Feuer lege, weil der trägt auch WDR-Reporter durch die Lande. Der Reporter saß wirklich zum allerersten Mal auf einem Pferd, aber trotzdem … na ja, wir haben einfach zwei Begleiter für zwei Reiter beim Ausritt mitgeschickt und darauf bestanden, dass die beiden Helme anziehen („Muss das sein?„) … die Kunden sehe ich mit Sicherheit nicht wieder. (unterm WDR-Video geht es weiter, und dort auch: Pfisters Statement zu den anderen Videos).

Als Trainer steht man also zwischen den Fronten und weil es keine Mindestqualifikation gibt, ist da die joviale und kumpelhafte Konkurrenz erfolgreicher, selbst wenn man diese als Ausreitkunden getarnten Reitanfänger sogar auf buckelnde Jungpferde setzt. Mit wem ist noch mal das Glück?
Wir anderen, die zumindest versuchen seriös zu sein, stehen oft zwischen den Stühlen: Einerseits ums Wohl der Pferde bemüht, andererseits wollen wir aber auch ein offenes Ohr für die Wünsche der Kunden haben, die, wenn sie denn Pferdebesitzer sind, einem nicht selten das Gegenteil von dem erzählen, was einem später das Pferd erzählt: nämlich einen vom Pferd. Bis hierhin konnten Pfister und ich uns gegenseitig die eine oder andere Anekdote erzählen, aber unterm Strich lieben wir diesen Job, die Pferde und die Leute, die folgende Träume haben: Was wäre das schön, wenn mein Pferd sich mal für mich hinlegt. Pfister ist sogar so bemüht, dass er seinen Kunden sagt, dass ein Kurs bei ihm immer eine Reise sei, bei der alle Beteiligten Neues lernen. Aber es sei eine Reise mit Reiseführer, der die Spielregeln bestimmt, z.B. die Reihenfolge der so genannten klassischen Lektionen: Erst die Verbeugung (Plié), dann das Kompliment und dann das Knien (A genoux genannt). Das käme aber erst, wenn das Kompliment auf beiden Seiten „sitzt“. Zum Hinlegen kommt dann noch die Bergziege als Vorübung hinzu und auch das Kompliment hat spezifische Zutaten: das Wiegen, das Bein anheben auf Touchieren, die Beine weit auseinander stellen und, und, und … Pfister beteuert, er kenne da keine Kompromisse: Es werde keine Vorübung ausgelassen – aber selbst wenn: Ich persönlich würde mir dazwischen die Nacht zum Drübernachdenken wünschen. Pfister räumt ein: Wie soll das gehen auf einem Kurs? Daher habe Pfister den Wunsch, die Pferde im Kurs so weit zu bringen, dass die Leute zuhause alleine weiterüben können.
Auch liege es ihm am Herzen, Kunden (sprich: Pferdebesitzer) in die Entscheidungen mit einzubeziehen: Pfister stellt also zu Beginn des Kurses die möglichen Wege zum Traumziel vor und lässt die Kursteilnehmer jene wählen, die ihnen am Meisten zusagen. Da ticke ich ja ein bisschen anders und trampel da lieber durch den Porzellanladen, indem ich mir denke: „Sch… drauf, was die Teilnehmer wollen, wir suchen nach der Methode, die am Besten zum Pferd passt“,  und laber‘ dann solange auf die Teilnehmer ein, bis die einwilligen, damit ich endlich mal den Rand halte. Das hat zuweilen die Folge, dass die Kunden nicht sooo begeistert sind, die ich dann meinem Sohn aufs Auge drücke, der ist geduldiger … ihr merkt schon: Es ist eine Gratwanderung, die zudem auch für den Trainer nicht ungefährlich ist, der sprichwörtlich seine Knochen hinhält – oft genug für „einen Appel und ein Ei„, betonte Pfister im Telefonat.

Die unten erwähnten Videos befinden sich bei Minute 1:00 – 1:20 & ab Minute 8:15

Genug des Vorgeplänkels: Kommen wir endlich zu den beiden Videos, die ich am Vorabend des Telefonats hochgeladen und am nächsten Tag auf Pfisters Wunsch zunächst gelöscht hatte. Die Videoausschnitte beweisen, dass Evita nicht das einzige Pferd war, das an diesem Trainingstag in Leichlingen, dass „eher unter Stress geriet“, um die Formulierung aus dem HORSEMAN zu bedienen (HIER nachzulesen).

Hat zwar nichts mit Peter Pfister zu tun, weil wir das sind (seinerzeit beim Rodeo im Vorprogramm), aber Cisco steigt 😉

Also: Beim Pferd im zweiten Ausschnitt, das das „A genoux“ (Knien) lernen sollte, war jede einzelne von Pfister genannte (nicht ausreichende?) Vorbereitung erfolgt: Das Kompliment klappte auf beiden Seiten, doch das Pferd traute sich  nicht recht, beide Beine auf einmal einzuknicken (obwohl es das anatomisch kann, sonst könnte es sich ja nicht hinlegen). Pfister wollte dem Pferd über diese Situation hinweg helfen und nahm aus diesem Grund eine zweite Longe. „Man weiß doch vorher nicht, dass das Pferd dann diese Gegenwehr zeigt„, erklärte mir Pfister, der sagte, dass in Leichlingen schief ging, was schief gehen konnte. Solche Szenen seien bei ihm nicht der Regelfall. Die aus dem Zusammenhang gerissenen Sekunden sahen dennoch dramatisch aus, aber man mag Pfister zugute halten, dass man wirklich vorher nicht weiß, wie ein Pferd sich verhält. Ein „Ja, aber …“ wollte ich mir dennoch nicht verkneifen: „Na ja, aber das Pferd ist dann ja mit den >Knien aufgeknallt< und wenn es meins wäre, … Turnierpferd und so … und dann riskiert man da einen Haarriss, dann wäre ich auch nicht soo glücklich“.

Pfister Buch Bild

Der Beitrag wurde in diesem Buch erstveröffentlicht

Im ersten Videoausschnitt „schnauzte“ Pfister: „Lass ihn nicht los„, und der Facebook-Mob denkt jetzt vielleicht, was für ein fieser Möpp der Pfister sei. „Ja, soll ich denn das Pferd mit der Fußlonge am Bein in der Halle rumlaufen lassen?“, erklärte Pfister seine Aggressivität, doch wenn ein Pferd mit Fußlonge wegläuft, dann ist es definitiv nicht bereit dafür, hielt ich dagegen. Pfister sagte: „Ich habe deswegen ja sofort nach dem Unfall mein Konzept umgestellt und Konsequenzen aus meinen Fehlern gezogen.“ Konsequenz ist nicht gleich Rücktritt, denn wir sind ja auch nicht in der Politik und auch wenn Pfister das Rentenalter längst erreicht hat, will er weiter unterrichten, denn der Job macht ihm Spaß, so erklärte er mir. Als diese Situation ein dreiviertel Jahr nach dem Vorfall, der zur Verurteilung führte, völlig eskalierte, zeigt Pfister wenig Reue: „Es sind auch schon bei anderen Trainern Unfälle passiert – auch schon mit Todesfolge. Warum werde jetzt gerade ich öffentlich ans Kreuz genagelt?
Ich denke, dass es dafür plausible Gründe gibt und darum geht es in einem der nächsten Blogbeiträge in dieser Reihe „Gespräche mit Peter Pfister“, die auszugsweise im politischen Blog erscheinen sollen (hier geht’s zu TEIL 1, der Pfister-Reihe), denn wie oben erwähnt, hat dies für mich auch eine politische Dimension – hier ein Brainstorming der Themen, die in Kürze im Themenmonat TOD EINES PFERDES erscheinen:

  • Ein einziger unbedachter Satz auf Facebook, der (fast) alles verändert
  • Was der Fall Pfister mit Stephen Kings Roman „In einer kleinen Stadt“ zu tun hat
  • Trainer-Duell: „Wenn Sachebene und persönliches Ohr miteinander kollidieren“ (Friedemann Schulz von Thun lässt grüßen) oder „Warum weniger oft mehr ist

Mehr Schein als Sein – nicht auf der Equinale

 

Dieser Bericht bzw. Interview ist in meinem Buch „Tod eines Pferdes – Zirkuslektionen im Fokus“ bereits erschienen. Peter Pfister hat behauptet, dass Uwe Jourdain ihn bei der Equinale „schlecht gemacht“ hätte. DasVideo von den sieben Minuten vor Evitas Tod wurde der Equinale aber von einer anderen Person zugesandt (der Name ist mir bekannt).

Equinale Programm„Es gab eine Stelle im Dokumentarfilm über Peter Pfister, die mich ein klein wenig irritiert hat. In einem kleinen Augenblick sah seine Arbeit am Pferd grob aus und daher habe ich mich kurz gefragt: Wie arbeitet er wohl, wenn keine Kamera läuft?“, erinnert sich Nile Pils, Organisatorin der Filmfestspiele Equinale. In einem Telefoninterview gesteht sie aber zu, dass der Rest des Films “Der Pferdemann” ansprechend gewesen sei. Daher sei der Pfister-Film solange in der engeren Auswahl gewesen, bis Pils davon erfuhr, was in Leichlingen mit dem Pferd Evita passiert war.

Zum Hintergrund des Festivals: Eigentlich werden nur vier ausgewählte Filme beim Festival gezeigt, aber 2017 hätte man dort als fünften Film auch diese Dokumentation über Peter Pfister hinzu genommen. Aber dann bekamen die Macher der Equinale einen kleinen Tipp. „Darüber war ich heilfroh“, zeigt sich Gründerin Nile Pils erleichtert.
Auch ein Film über Totilas sei eingereicht worden. Dieser sei von einer holländischen

Produktionsfirma gewesen und so wurde schnell auch das Thema Rollkur in  den Ring geworfen.

 

Pfister für Instagram

HIER geht’s zum Blogbeitrag mit Hintergründen zum Urteil

„Bei der Equinale soll ja der besondere Film gezeigt werden“, erläutert Pils und liest mir den Grundgedanken vor: „Mit dem Filmfestival Equinale möchten wir das Bewusstsein für ein Miteinander zwischen Menschen und Pferd bzw. Mensch und Natur in den Mittelpunkt stellen. Wie können wir eine gute Beziehung zueinander entwickeln? Wie gestalten wir eine starke Bindung, die von Vertrauen und Geben und Nehmen gekennzeichnet ist? Die Filme zeigen eine große Bandbreite von unterschiedlichen Sichtweisen und Erfolgsrezepten auf. Sie klären auf, lassen den Rezipienten mitfühlen und vielleicht ein neues Verständnis für Pferde entwickeln.“ 

Nachdem Pils die Szenen gesehen hat, die am Ende zum Tod von Evita geführt haben, war das nicht stimmig – selbst wenn der Film an sich gut gemacht und schön bebildert war. Pils liege es fern, sich in Streitigkeiten zwischen zwei Trainern einzumischen und sie vertritt einen neutralen Standpunkt. Sollte es aber bis Juni 2018, wo auf ihrem Gelände in Mecklenburg-Vorpommern eine Veranstaltung geplant ist, eine Klärung gegeben habe, sei sie bereit, die Dokumentation über Pfister dennoch zu zeigen, aber zeitgleich eben auch den anderen Film: Das Video, in dem Evita 13 mal gestiegen, drei mal gestürzt ist und sich nach dem dritten Sturz das Genick gebrochen hat. Nur einen der beiden Filme zu zeigen, würde die Tatsachen verzerren. (Nach meinem React äußert sich Nile Pils zum Mustang Makeover. Die Produktionsfirma Catamaran Film hat einen Film übers MMO gemacht und sich damit beworben).

 

Nile Pils ist streng und kompromisslos, wenn es um die Auswahl der Filme geht und alleine die Tatsache, dass ein Film scharfe und ansprechende Bilder zeigt, sei nicht das Hauptkriterium. „Wir hatten auch einen wunderschönen Film über das Mustang Makeover, der zwei Trainerinnen in den drei Monaten bis zum Event begleitet hat.
PLAKAT A 1 cmyk jpgGut gemacht allein, reicht aber eben nicht – wir schauen hinter die Kulissen, so weit uns das möglich ist, und das Hauptkriterium muss Glaubwürdigkeit sein.“ Pils sieht das Mustang Makeover kritisch und kann beim besten Willen keinen Unterschied zum Bundeschampionat oder anderen Turnierveranstaltungen im Pferdesport entdecken. „Es gibt Gewinner und Platzierte – also ist es ein Turnier. Daran ist nichts zu rütteln“, sagte die gelernte Pferdefachfrau, der ihr Geld nicht zu schade war, ihn für einen Trainerschein auszugeben, den in der Pferdewelt niemanden zu interessieren scheint. „Die Trainer ganz ohne Ausbildung greifen die Kunden ab, wenn diese sich gut vermarkten können“, übt Pils Gesellschaftskritik. Die Leidtragenden sind dabei nicht nur die Pferde, sondern auch die Kunden, die am Ende ihr Geld für etwas ausgeben, was sie mit ihrem Pferd dann doch nicht oder nur sehr wenig weiterbringt. Und wenn doch, dann im Hauruckverfahren.
Pfister Buch BildWir wissen jetzt nur zu gut, wer den Preis dafür bezahlt, auch wenn es oft genug gut geht und Pils muss eingestehen: „So schrecklich das alles ist und so erschreckend diese Videosequenzen sind: Immerhin ist durch den Tod Evitas erwiesen, dass nicht die Turnierreiter die Bösen sind und die Freizeitreiter die Guten. Zu viel Ehrgeiz kann es überall geben, aber es gibt auch die, die ihrem Pferd die Zeit geben, die es braucht: Manchmal Tage, manchmal Wochen und manchmal Monate – je nach Pferd.“ Daher habe sie ein beiläufiger Satz von Michael Strussione, Veranstalter des Mustang-Makeover, ein wenig irritiert. „Er stellte die Qualitäten eines Trainers infrage, wenn dieser nicht binnen zwei Wochen ein Pferd unterm Sattel hätte“, erinnert sich Pils an ein persönliches Gespräch anlässlich der vorm React erwähnten Bewerbung fürs Festival mit dem Film über Tanja Riedinger und Sandra Schneider, die 2017 beim Mustang Makeover mitgemacht hatten. „Tanja ist ein sehr nettes talentiertes Mädchen und hat mit ihren eigenen Pferden und auch mit dem Mustang viel erreicht, aber bei dieser Veranstaltung werden junge Mädchen deswegen zu Trainern erklärt, weil sie auf Youtube viele Follower haben.“
Ein Trainer brauche sehr viel weitreichendere Kenntnisse, z.B. über Anatomie, über Lernverhalten, über Pferdepsychologie und genau das muss er auch vermitteln können.
„Es ist auch ein Unterschied, einem einzelnen Pferd oder seinen beiden privaten Ponys publikumswirksame Showtricks beizubringen oder als seriöser Ausbilder Tag für Tag den unterschiedlichsten Pferdetypen zu begegnen“, stellt Pils die Aussage dieses Trainerwettbewerbs infrage. Eine solide Pferdeausbildung sei unspektakulär und vielleicht sogar langweilig anzusehen, aber sie diene dem Wohlbefinden und der Gesunderhaltung
der Pferde. „Vielleicht ist der Titel „Trainerchallenge“ etwas unglücklich gewählt und irreführend, denn eigentlich ist das Mustang Makeover auch nur ein Reitturnier. Zwar sind einige professionelle Trainer dieses Jahr mit dabei, aber eben auch junge Youtuberinnen. Wenn man es genau sieht, ist es beim „normalen“ Turnier ja auch üblich, dass Trainer und Hobbyreiter in einer Klasse starten, aber da könnte man endlos diskutieren“, ergänzt Nile Pils aus heutiger Sicht (das Zitat ist im Buch nicht enthalten). Auch das Thema Sicherheit der Darsteller darf nicht außen vor bleiben, denn Tanja Riedinger ist von ihrem Mustang einmal getreten worden und musste ins Krankenhaus, hatte Riedinger in einem Zeitungsinterview erklärt.
Die in der Equinale gezeigten Filme sollen Spaß machen und eventuell sogar ein Umdenken
im Pferdebereich anregen. „Da hat uns der dritte Ostwind-Film beeindruckt, denn dieser übt am Rande Gesellschaftskritik, indem gesagt wird, dass Wasser aus moralischen Gründen nicht privatisiert werden darf,“ plaudert Pils ein wenig aus dem Nähkästchen, auch wenn man auf der anderen Seite eine andere Botschaft des Films „Nur-mit-Halsring-ist-pferdegerecht“ eher kritisch sehen sollte.