Youtube macht seine Creators zu Bettlern: Warum auch große Kanäle zittern müssen

Youtube Mail

Komisch: Zirkus-Vlog ist ein bad creator, „Nicola Steiner HMS“ nicht: Aber das bin doch beides ich 😉 😉 😉

Die Deadline ist abgelaufen – die gute Nachricht: Wenn wir die Watchtime erreichen (es fehlen noch etwa 800 Stunden – vor drei Tagen waren es 1.100), ist auch der kleine Kanal automatisch wieder monetarisiert – ohne neuen Antrag (siehe Mail). Die schlechte Nachricht: Eure Mühen, die Alle-Videos-Playlist zu schauen, hat nur die halbe Miete eingebracht. Vorab der Hintergrund: Vor vier Wochen hat Youtube seinen kleinen Videokünstlern den Vertrag gekündigt. Die neue Devise lautet: Wer keine 1.000 Abonnenten und keine 4.000 Stunden Wiedergabezeit in den letzten 365 Tagen hatte, erhält keine Werbung mehr auf seine Videos. Begründung: Man will die „bad creators“ – die schlechten Youtuber loswerden. Ein Schubladendenken, dass man auch in der Politik kennt: „Wer sich anstrengt, der hat Erfolg und wer keinen Erfolg hat, der hat sich keine Mühe gegeben.“ Von je her waren mit dieser Argumentation die Adeligen, die Sklavenhalter, die Unternehmer und Ausbeuter raus aus der Verantwortung ihren Mitmenschen gegenüber, den man konnte ja ruhigen Gewissens sagen: „Ich habe mir meine Millionen redlich verdient, denn ich habe mich ja angestrengt und die Menschen, die Hartz-4 beziehen, haben sich eben nicht angestrengt und sollen froh sein, dass sie überhaupt etwas bekommen.“ Subventionen des Staates für Manager lassen wir hier mal unerwähnt.

Logo mit Schriftzug kleinDieses Schubladendenken möchte ich anlässlich des Fristablaufs am Beispiel Youtube kritisch beleuchten. Zwar habe ich (wohl zum Glück) nicht in jedes meiner Videos Arbeit investiert, aber in manche schon. Dies, weil ich zwiegespalten war, denn ich musste ziemlich schnell nach der Monetarisierung feststellen: Es kommt nicht viel dabei herum. Als ich damals damit anfing, habe ich geschnitten und gemacht und getan: Ich habe z.B. den Creators-Videokurs von Youtube mitgemacht und umgesetzt, was mir mit meiner Handyausrüstung möglich war: Ein Intro, ein Kanaltrailer, einen regelmäßigen Rhythmus, wie die Videos erscheinen und eben auch ein Kanalkonzept, so dass ich die Themenbereiche, die mein Logo zeigt, auf drei Kanäle verteilt habe. Und genau das hat den beiden „Kleinen“ das Genick gebrochen, denn am Ende habe ich nur im Größten die erforderliche Wiedergabezeit zusammen bekommen. 1.000 Abonnenten haben jetzt alle drei und ich habe aus der Not heraus etwas gemacht, was ich zuvor noch nie gemacht habe: Abo-für-Abo! Und wie bin ich an die gekommen, die das ebenfalls machen? Ihr werdet es nicht glauben, aber es war ausgerechnet im Youtube-Creators-Blog. Fast 40.000 Kommentare kamen dort zusammen und 99,99 Prozent hatten den Inhalt: „Let’s help each other – if you sub me, I sub you back“ – natürlich in Englisch und aus aller Herren Länder. So schnell die Abos in den ersten Tagen gewonnen waren, so schnell waren sie auch wieder zerronnen: Entweder waren auch Betrüger darunter, die ihre Abos wieder entfernt haben oder es war Youtube selbst, das Abos entfernt hat, immer dann wenn keine Wiedergabezeit mit ihnen einher gingen. Also haben wir verbliebenen „Ehrlichen“ angefangen, gegenseitig unsere Videos anzusehen und das Vorurteil von „Die, die keine 1000 Abos / 4000 Stunden haben“ waren einfach faul und haben sich nicht genug Mühe gegeben, hat sich mitnichten bestätigt. Ich habe da so viele Kanäle entdeckt, wo ich dachte: „Wow, das ist ja toll.“ Drei davon stelle ich Euch im folgenden Video vor und ihr werdet sehen, dass es ganz sicher keine „bad creators“ sind und, dass hinter vielen dieser Videos richtig viel Arbeit steckt: Ergreifende oder unterhaltsame Videos, die nur einen Makel haben: Man findet sie auf Youtube nicht. Bei anderen, die ich aus Platzgründen nicht vorstelle, sieht man zudem, dass sie viel Geld in Kamerausrüstung und Beleuchtung gesteckt haben: Nun war alles für die Katz.

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Ein Pferd als Märtyrer – Evita soll nicht umsonst gestorben sein

 

 

Der folgende Blogbeitrag ist ein Ausschnitt aus meinem neuesten Buch – die besten Artikel erscheinen natürlich nicht hier im Blog, sondern exklusiv im Buch. Mehr Infos zu „Tod eines Pferdes – Zirkuslektionen …“: HIER

 

Pfister Buch BildWie kann man da als Besitzer zusehen – den Besitzerin sollte man lebenslanges Tierhalteverbot aufbrummen„, war einer der unzähligen Kommentare, die man Mitte Dezember auf Facebook zu lesen bekam. Es ging um das Pferd Evita, das durch umstrittene Methoden des Zirkustrainers Peter Pfister zu Tode kam. Dennoch bekam ich subjektiv den Eindruck, dass mehr Leute den Besitzern (z.T. sogar der Reitbeteiligung) die Schuld an diesem grausamen Tod gaben als dem Trainer, dem ja immerhin von der Reitbeteiligung gesagt wurde, dass sie das nicht möchte, der ihren Einwand jedoch mit „Ich aber“ rigoros „abwürgte“. Daraufhin lief die Reitbeteiligung bestürzt und vor Hilflosigkeit weinend aus der Halle. Als sie sich gefangen hatte und zurückkam, war das Pferd tot: Genickbruch nachdem es 13 Mal gestiegen war und sich drei Mal überschlagen hatte.

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Kapitalverbrechen Kollegenschelte: Die Sache mit dem Neid (Glosse)

Entwurf Pfister Cover

Der folgende Blogbeitrag ist ein Ausschnitt aus meinem neuesten Buch – die besten Artikel erscheinen natürlich nicht hier im Blog, sondern exklusiv im Buch. Mehr Infos: HIER

Auch die Dressurstudien reihen sich ein in die Reihen der Magazine, die die Hauptaufgaben der Fachpresse (öffentliches Informationsinteresse & Kontrollfunktion) ignorieren und mit stolzgeschwellter Brust erklären, dass sie „ganz bewusst“ nicht über Evita berichtet haben – zunächst aber ein kleines Vorab:

Satire Definition

Sachlich ist langweilig: Ich übe lieber Kritik, denn die Presse tut es ja nicht, außer an der unschuldigen Ausrüstung

Habt ihr eigentlich gewusst, dass ich mal bei den Dressurstudien gearbeitet habe? Es war nur ein kurzes Intermezzo. Ich hatte damals zunächst für artgerecht-pferd geschrieben. Meine Artikel fielen offensichtlich auf und daher hat mich eine Redakteurin der Dressurstudien angeworben. Man brauche dort Verstärkung, weil einige Kollegen aufgehört hätten, und dann war es vorbei mit meiner locker-flockigen zuweilen frechen „Schnüss“. Jetzt sollte es seriös sein: Kann ich auch, habe ja Jahrzehnte in Nachrichtenredaktionen gearbeitet, aber selbst da hat man auf den Konjunktiv dann doch oft verzichtet, wenn klar war, wessen Meinung wiedergegeben wird – nicht so bei den Dressurstudien.

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Start in die Reihe „Gespräche mit Pfister“: Das Telefon klingelt

Der folgende Blogbeitrag ist ein Ausschnitt aus meinem neuesten Buch – die besten Artikel erscheinen natürlich nicht hier im Blog, sondern exklusiv im Buch. Mehr Infos zu „Tod eines Pferdes – Zirkuslektionen …“: HIER

In der Woche als das Video, das die letzten Minuten des Pferdes Evita zeigt, über Facebook kursierte, lag ich eigentlich mit Grippe flach und habe mich zwischen Laptop und Bett schniefend und niesend hin und her geschleppt. Als ich dann endlich mal wieder atmen konnte und die erste Nacht durch schlief, klingelte um halb 9 morgens das Telefon, das ich vor mich hin fluchend erreichte.

Peter Pfister

Bildrechte: Peter Pfister

Steiner„, brummte ich und hörte so was wie: „Guten Morgen, hier spricht Peter Pfister und ich wollte Sie fragen, warum Sie auf Facebook so gegen mich schießen. Habe ich Ihnen was getan?“ Oh nein, dachte ich bei mir, muss ich das jetzt wirklich rechtfertigen? Der glaubt doch nicht ernsthaft, dass ich jetzt meine Blogartikel lösche. Aber ich kriegte ja endlich wieder Luft und atmete erst mal tief durch, bevor ich um Geduld ringend sagte: „Herr Pfister, es geht doch nicht gegen Sie persönlich, aber ich finde einfach, dass die Öffentlichkeit ein Recht darauf hat, zu erfahren warum ein Pferd auf einem Kurs stirbt. So etwas darf nicht vertuscht werden.“ Herr Pfister wollte daraufhin wissen, warum ich denn auch noch das Video mit dem „A genoux“ (das Knien, das aus dem Kompliment entwickelt wird) veröffentlicht hatte und ich behauptete, im Brustton der Überzeugung, dass es beweist, dass es kein Einzelfall ist.

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Warum wir nicht zur Rheinlandgala gehen konnten – Offener Brief an die EWU-Jugendwartin Rheinland

Am 9.12. war Rheinland-Gala der hiesigen EWU und obwohl Larissa Zweite ihrer Leistungsklasse ist, drei Disziplinen gewonnen hat, zwei Pferde-Medaillen erhält und ihr dort offiziell das silberne Reitabzeichen verliehen werden sollte, werden wir in diesem Jahr nicht hingehen. Das ist schon bitter, weil wir ja viel Geld in die Starts investiert hatten, um hier die Nase vorn zu haben. Wir befürchten allerdings ein regelrechtes Spießrutenlaufen, wenn wir uns dort blicken lassen und hätten dort sicherlich wenig Spaß.

Der Grund: Wir hatten eine Riesenauseinandersetzung mit der Jugendwartin im Rheinland, die sich bei einem privaten Streit während der German Open absolut parteiisch auf die Seite einer mit ihr eng befreundeten Familie gestellt hatte und sich trotz dieser Befangenheit über alle Maßen in einen Privatstreit eingemischt hat, was erwartungsgemäß zur Eskalation geführt hat. Wir haben lange überlegt, ob wir das, was geschehen ist öffentlich machen, zumal es die kurzfristige Einigung gab, dass ich die weiter unten aufgeführte Passage aus einem Blogbeitrag lösche, was ich zwischendurch zugesagt hatte, wie auch, dass ich nicht weiter über den Vorfall berichten würde, weil die Gegenseite Negativ-Bewertungen auf meiner Seite entfernt hatte.

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Was ein Mustang Makeover mit Politik zu tun hat

000 zuerst bekämpfen sie dichIM KAMPF GEGEN DAS GUTE …

Nein, das ist kein Schreibfehler, denn es gibt nicht nur einen Kampf gegen das Böse, sondern die Bösen stecken auch eine Menge Energie darein, um das Gute zu bekämpfen. Ich persönlich erlebe das ja gerade selbst, wo ich nichts weiter getan habe, als kritisch aber wahrheitsgemäß über Events wie das Mustang Makeover oder Sendungen wie die VOX-Pferdeprofis zu berichten, weil ich nicht möchte, dass sich durch die hohe Reichweite Standards durchsetzen, die m.E. weder pferdegerecht noch anwendbar sind. Jetzt sollte man ja meinen, dass diese Kritik auf Sachebene auch mit Argumenten auf Sachebene beantwortet wird. Aber weit gefehlt. Es wird vielmehr versucht, den Kritiker einzuschüchtern und zu diskretitieren, wie ich bereits in den Satiren:

Das Grundgesetz – brauchen wir das noch?

Von Doppelmoral, ein Gedicht mir zu Ehren und Bernd Hackl Kinder bedroht

dargelegt habe.

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Von Doppelmoral, ein Gedicht mir zu Ehren & Bernd Hackls Kinder bedroht

Im letzten Monat habe ich ein satirisches Plädoyer geschrieben, nachdem das Grundgesetz abgeschafft gehört, weil es keiner mehr haben will (including : Nicola-Steiner-Bullshit-Bingo)HIER nachzulesen – und heute kommt der Tragöde zweiter Teil:

Wenn wir nun einmal dran sind, lasst uns Nägel mit Köpfen machen und Journalismus und Presse auch komplett abschaffen. Kann weg, braucht keiner mehr, denn es gibt ja heutzutage selbsternannte Facebook- & Youtube-Experten, die finden dass der Journalismus als vierte Gewalt im Staat ausgedient hat. Kontrollfunktion der Presse – was soll das denn sein? Wenn der Presse was nicht gefällt, soll sie doch einfach mit dem Allerwertesten zuhause bleiben. Wusstet ihr eigentlich, dass die Berufsbezeichnung „Journalist“ nicht geschützt ist? Jeder darf sich Journalist nennen und damit auch diese Kontrollfunktion der Presse wahr nehmen – im Sinne der Pferde, im Sinne der Verbraucher. Aber auch unter den Verbrauchern sind nicht alle gleich, denn man darf alles und jeden kritisieren, aber doch bitte keine Leute des gleichen Berufsstandes, denn der Grundsatz „Kollegenschelte“, bei dem die einen Krähen den anderen keine Augen auskratzen dürfen, wiegt viel schwerer als jegliches Gesetzbuch (es sei denn Bernd Hackl, Sandra Schneider oder der Veranstalter des Mustang Makeover kritisieren den Rest der Reiterwelt in Grund und Boden – dann ist es genau andersherum). Das wurde mir neulich von einer anderen Bloggerin erklärt, die selbst sowohl VOX-Pferdeprofis als auch Mustang Makeover kritisiert hat. Aber wenn zwei dasselbe machen, dann ist es noch lange nicht dasselbe. Sie wäre ja keine Trainerin – die darf das, bei mir ist es Kollegenschelte: ich darf das nicht. Ja, nee … iss klar.

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Das Grundgesetz – brauchen wir das noch oder kann das weg?

Satire DefinitionAlso, ich denke ja, das kann weg. Das will ja keiner mehr, wenn man sich so die Diskussionen auf Facebook oder die Kommentare unter Youtube-Videos anschaut. Als ich jung war, gab es ein Phänomen, das sich Diskussion nannte. Person A sagt, finde ich doof, weil .. und Person B behauptete das Gegenteil, weil … – landläufig Sachargumente genannt. Sowas Überflüssiges kann auch weg, weil zeitaufwendig. Da muss man sich ja erst mal informieren, bevor man den Rand aufreißt – Gott bewahre. Wer es aber heutzutage wagt, sich tatsächlich zu informieren und sich anhand dieser Informationen eine Meinung zu bilden, der wird virtuell gesteinigt oder auf den Facebook-Scheiterhaufen gezerrt. Ich zum Beispiel bin ja der Meinung, die VOX-Pferdeprofis taugen nichts als Pferdetrainer, zumal da oft genug die Pferde dann doch verkauft werden müssen, weil die Besitzer trotz monatelanger „Therapie“ immer noch nicht klar kommen oder das ursprüngliche Problem gar nicht erst gelöst wurde. Das spreche ich nicht nur frank und frei aus, sondern kann es auch anhand der Sendung belegen, aber das interessiert die Youtube- und Facebook-Inquisitoren nicht, denn die können hellsehen, aber sowas von. „Du bist ja nur neidisch„, ist das Totschlagargument Nr. 1 knapp gefolgt von: „Du hast ja persönlich was gegen den Bernd und willst den nur fertig machen. Das ist psychologisch erwiesen.“

Das Naheliegendste, dass ich ihn deswegen kritisiere, weil er im TV m.E. einfach nur einen schlechten Job am Pferd macht, interessiert die Social-Media-Inquisition einen feuchten Kehricht. Meine Sachargumente werden somit geflissentlich ignoriert oder diffamiert von Leuten, die sagen: „Ich gucke die Sendung ja nicht, aber …“. Also, ich schaue die Sendung sehr wohl und kann das deswegen auch beurteilen, was uns da an Mumpitz gezeigt wird. Daran würde auch die Behauptung der Fans nichts ändern, dass die VOX-Profis ganz toll arbeiten, sobald einer die Kamera ausschaltet. Denn aufgrund einer Sendung kann man ja nicht den Menschen bewerten. Nö, kann man wirklich nicht, will man aber auch gar nicht, denn man beurteilt ja explizit die Sendung samt Darstellern und die sind selbst Schuld, wenn sie immer das Schlechteste ihrer Arbeit im TV zeigen.

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Was ein Mustang Makeover mit Hundekacke & Katzenbabys zu tun hat

00 12442894_1085895688109603_1795484268_nAls unsere Hündin Lucy ausgerechnet am Ostersonntag in Nachbars Garten gekackt hat, wo die Kinder gerade Eier suchen wollten, war das echt peinlich. Wir entschuldigten uns etwa 100 Mal, aber als die Dame sagte, es wäre nicht das 1. Mal gewesen und ich erwiderte, sie solle doch beim nächsten Mal sofort Bescheid sagen, ich würde es sofort weg machen, sagte sie, dass Hunde an die Leine gehören. Na ja, sie hat auf den ersten Blick Recht – laut Gesetz darf man seinen Hund auch dann nicht im Dorf laufen lassen, wenn man einen Reiterhof hat und wir passen seitdem höllisch auf ….. aber mir ist halt gerade danach philosophisch zu werden.

Zwar ist der Garten Eigentum der Nachbarin, aber seit wann eigentlich? Sie hat es mal gekauft, aber von wem? Irgendwann hat doch dieses Stückchen Land mal niemanden gehört, bis irgend ein findiger Mensch auf die Idee kam, es in Besitz zu nehmen (quasi beschlagnahmen) und Geld dafür zu verlangen. Das Ende vom Lied ist, dass der Hund keinen Lebensraum mehr hat – außer an der Leine. Auch im Wald nur dann, wenn er auf einen Menschen hört und zwar aufs Wort. Jetzt ist der Hund ja auch eine menschliche Züchtung und es müsste hier ja um den Lebensraum des Wolfes gehen, der diesem aber erst recht vorenthalten wird. Mir wurde neulich in einer Diskussion geschrieben, dass man „Grün“ als Weidehalter ja nicht wählen könnte, denn die sind ja dagegen, dass der Wolf abgeschossen wird. Beim Thema Wolf bin ich grün wie ein Marsmännchen, was aber nicht heißt, dass Weidetierhalter im Stich gelassen werden sollen, denn es sind ja Kompromisse denkbar. Die Bundesregierung lässt ja leider Kommunen und Länder gerne am ausgestrecktem Arm verhungern (kann aber auf Vermögens- und Reichensteuer gut und gerne verzichten – wir haben’s ja – Details HIER), so dass die Länder den Weidebesitzern kein Geld geben können, um wolfssichere Zäune zu bauen.

Wir haben ja in Deutschland gerade ein Mustang Makeover, worüber ich mich schon ein wenig echauffiert hatte, weil sie schreiben, sie wären eine Alternative zum regulären Turniersport. Stellt Euch vor: Die garantieren jetzt schon, dass kein Pferd die Augen aufreißt und auch kein Pferdekopf hinter die Senkrechte gerät. Mutig, mutig, dieser Blick in die Glaskugel – zumal die Teilnehmer willkürlich nach Bekanntheitsgrad ausgesucht wurden und so sogar umstrittene Trainer wie Bernd Hackl und Sandra Schneider mit von der Partie sind. Darüber habe ich mich im folgenden Video ausgelassen – in diesem Beitrag geht es aber nach der Werbung .. pardon dem Video … darum, dass der Mensch sich anmaßt, Tierarten einfach auszurotten, weil für die Gattung Mensch die Welt anscheinend nicht genug ist.

Bei den Mustangs ist es ja nicht wirklich das Problem, dass die sich zu sehr vermehren und deswegen das Futter nicht ausreicht (warum füttern die eigentlich keine Papayakerne? Damit wären die Mustangs unfruchtbar und sogar gleich entwurmt). Die Wahrheit ist, dass man die Mustangs  – wie damals bei den Indianern – in Reservate gesteckt hat und die werden halt kleiner, weil das Mustang-Land an Rinderbarone verpachtet wird …. auf sein Täglich-Fleisch will der Mensch ja auf keinenFall verzichten. Fürs Täglich-Fleisch werden in Südamerika nicht nur Tiere ausgerottet, sondern sogar Menschen erschossen, weil man auch ihnen das Land genommen hat, um Soja für unsere Nutztiere anzubauen und wehe, die südamerikanischen Bauern wehren sich, dann hagelt es Bleikugeln.

Es gibt aber auch Leute, die sich für menschliches Leid nicht sonderlich interessieren, aber auf die Barrikaden gehen, wenn jemand es wagt, gegenüber dem Haustier „Pferd“ ein lautes Wort zu äußern oder gar einen Klaps zu geben. Tier ist aber auch nicht gleich Tier. Denn über Schweine und Geflügel, die unter jämmerlichen Bedingungen leben, damit wir unser Täglich-Fleisch bekommen, wird genauso wenig gesprochen wie über erschossene Menschen in Brasilien. Hauptsache der Rubel rollt – weltweit.

In meinem vorletzten Blogbeitrag ZUKUNFT STATT ZOCKEN habe ich ja gezeigt, wie sehr der Kapitalismus unsere Zukunft gefährdet. Die Politiker scheinen nur Marionetten der Konzerne zu sein und abgesehen vom menschlichen Alles-Meins, werden auch wir Nicht-Politiker wahrscheinlich mehr von Konzernen und Verbänden manipuliert als uns bewusst ist. Wir ekeln uns vor Hundehaufen, aber Plastikflaschen, chemische Medikamente und Junk-Food lassen uns kalt – die Werbung lässt grüßen. Bei unseren Haustieren regiert die Angst: Angst vor Krankheit, Angst vor Würmern, Angst vorm Tod und nicht zuletzt Angst vor sozialer Ächtung, wenn wir den Mainstream „Entwurmen auf Verdacht & Impfen jedes Jahr“ hinterfragen. Aber niemand wird sozial geächtet, wenn er den wilden Tieren keinen Platz auf der Welt lässt…  außer vielleicht in Afrika, aber da werden die Elefanten ja von Wilderen erschossen – Afrika ist also auch keine Lösung. In Zoos sollen sie aber auch nicht leben und falls doch, dann doch bitte ohne unmittelbaren Kontakt zu Menschen. Denn wer Elefanten Zirkustricks beibringt, ist auch ein Tierquäler, denn das ist ja Gewalt (dass Peta das Video schneller laufen lässt, damit es nach Prügeln aussieht, interessiert nicht – Link unterhalb). Peta ist ein tolles Stichwort in Sachen Tierschutz, denn die sammeln jede Menge Spenden, die irgendwie aber nicht dafür sorgen, dass Tiere einen Lebensraum haben, sondern eher in die Verwaltung fließen (das kennen wir ja bereits vom JobcenterHIER nachzulesen)

www.gerati.de/2017/04/12/elefanten-tierqualvideo-von-peta-entpuppt-sich-als-luege/ (bezieht sich auf ein Originalvideo des SWR – das muss man leider etwas suchen)

Wilde Tiere sind in unserer modernen, weltoffenen Demokratie offensichtlich nicht vorgesehen: Weder der Wolf noch die Mustangs, denen übrigens nicht geholfen ist, wenn wir für ein Heidengeld einige wenige nach Deutschland holen. Denn damit unterstützen wird das System, in dem der Mensch die ganze Welt beschlagnahmt und zu rein menschlichen Eigentum erklärt. So richtig sinnfrei wird es, wenn Mustangstuten nach Deutschland geholt werden möglicherweise mit der Folge, dass deutsche Mustangs gezüchtet werden, was im Grunde gar nicht geht, denn wörtlich heißt Mustang „wild lebendes Pferd“: Die Nachzuchten wären dann ja noch nicht einmal mehr frei geboren. Der Veranstalter besitzt einen Hengst – importiert hat er ausschließlich Stuten. Ihr kennt ja den Schelm, der Böses denkt, aber in Wirklichkeit hatte der Veranstalter keine Wahl, denn Washington ist Schuld, die einfach keine männlichen Tiere übern Teich schicken wollten bzw. 11,5 Prozent Zoll auf den Verkaufspreis verlangt wird – bei 200 Euro stolze 23 Euro mehr pro Pferd – mal 17 … muss ich gar nicht erst ausrechnen. Das wäre nicht zumutbar gewesen, hätte der Veranstalter Wallache eingeführt – keine Frage. (Nachtrag: Transportkosten werden offenbar doch verzollt  – siehe Links unten. Sorry für den Fehler)

IMG-20150707-WA0002Wir haben ja das Glück gehabt, dass wir eine Glückskatze als Stallkatze haben – irgendwo auf einem Bauernhof geboren – Vater unbekannt. Glückskatzen bringen nicht nur Glück, sie sind auch selten und sehr hübsch, aber eben keine Rassekatzen – pfui. Und als unsere Noisy neulich Babys bekam, bin ich aus einer Katzen-Facebook-Gruppe geflogen und wurde wegen Tierquälerei „verurteilt“, weil ich der schändlichen Meinung bin, dass jedes weibliche Tier einmal im Leben Mutter sein darf. Das sei Vermenschlichung wurde mir im Brustton der Entrüstung vorgeworfen. Ich habe zwar mal in Biologie gelernt, dass eines der wichtigsten Bedürfnisse von Tieren die Arterhaltung ist, aber was weiß denn ich schon? Ich bin ja eh herzlos, weil ich kein Tier aus dem Tierheim hole.

Warum sollte ich auch – geht es den Tieren in deutschen Tierheimen wirklich so schlecht? Falls ja, war wohl mal wieder der Staat zu geizig, der sich ja nicht um alles kümmern kann und zu beschäftigt damit ist, Managern, die eh schon ein Heidengeld verdienen auch noch den einen oder anderen staatlichen Bonus zuzuschustern. Um die schnöden Probleme des kleinen Mannes möge sich der kleine Mann doch bitte selbst kümmern, denn der Staat hat ja kein Geld –  zumindest nicht für die Belange der Geringverdiener und schon gar nicht fürs Tier – dann schon eher für die Besitzer von Tierzuchtfabriken, denen es so furchtbar schlecht geht, dass sie die landwirtschaftlichen Subventionen auch dann einstreichen müssen, wenn sie eigentlich für den Bauern von nebenan gedacht waren. Ausgaben für die Rüstungsindustrie sind ja wichtiger, als Geld für Tierheime auszugeben. Und wenn man diese so gestalten möchte, dass Tiere dort in Kleingruppen einen schönen Lebensabend genießen, dann suche sich der geneigte Bürger einen Sponsor, denn die Politik kann sich wohlgemerkt nicht um alles kümmern. Das sagte ich zwar oben schon, aber das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Ich persönlich hätte ja gedacht, dass sich die Politik nicht nur um alles, sondern sogar um alle kümmern MUSS, denn weswegen haben wir sie denn sonst gewählt, wenn wir uns am Ende doch wieder selbst um alles kümmern müssen, während sich die Politik darum kümmert, dass sich Manager eine goldene Nase verdienen (HIER nachzulesen)? In Sachen Massentierhaltung ist die Regierung ja auch fein raus: Wir können doch alle vegan werden, wenn uns die für Tiere entwürdigende Fleischherstellung nicht passt.

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Shorty, der rot-weiße Kater bleibt bei uns. Die anderen sind vergeben. Lilli ist schwarz-weiß.

Aber wisst ihr, was richtig verwerflich ist? Wenn unsere Stallkatze sich einen Lover sucht – das geht ja mal gar nicht: „Die armen Kätzchen“, heißt es dann im Internet. Dass uns die Leute wegen unserer Babykatzen quasi die Türe einrennen, weil sie lieber eine Bauernhofkatze als eine Gezüchtete haben wollen, kann ja nun mal gar nicht toleriert werden. Denn Bauernhofkatzen-Frauchen sind Vermehrer – ausnahmslos. Die guten und verantwortungsbewussten Menschen sind die, die den Genpool für sich selbst beschlagnahmt haben auf dass in Kuhställen und auf Reiterhöfen künftig Britisch Kurzhaar, Perser, Siam und Co die Mäuse jagen – vorausgesetzt, der Jagdinstinkt wurde nicht weg gezüchtet. Aber selbst wenn. Der Züchter kann machen, was er will – es war richtig. Der hat ja jede Menge Untersuchungen an den Zuchttieren vollzogen, um Erbkrankheiten auszuschließen. Auch so eine neue Mode: Wenn ein Tier schwanger wird, dann aber bitte unter menschlichem Kontrollzwang.

Bei der stinknormalen Bauernhofkatze braucht es die Untersuchung nicht, da löst das die Natur, hat Darwin ja mal behauptet, aber was weiß denn der schon? Der ist auch ein Tierquäler, der skandalöse Meinungen vertritt, z.B. dass der Tod zum Leben dazu gehört oder so. So etwas Ähnliches habe ich auf Facebook ja auch geschrieben – so zwischen virtueller Steinigung und Kreuzigung. Ursprünglich wären es nämlich vier kleine Kätzchen gewesen, eins hatte eine Deformation am Kopf und hat die Geburt nicht überlebt. Das war dann endgültig ein Grund, den virtuellen Scheiterhaufen anzuzünden, denn jetzt ist der Beweis erbracht: Ich bin dem Tatbestand überführt, ein verantwortungsloser Vermehrer zu sein. Wenn der Strafverteidiger sich meldet, um zu erwähnen, dass wir einmal in 20 Jahren Katzenbabys haben und danach die Mutterkatze kastrieren, interessiert das genauso wenig wie damals zu Zeiten der Inquisition.

Würde das jeder so machen mit den Mutterfreuden-wenigstens-einmal-im-Leben, hätten wir keinen Katzenüberschuß. By the way: Was ist eigentlich mit dem Menschenüberschuß auf der Erde? Statt dem Bevölkerungswachstum durch Erschießen Einhalt zu gebieten, wie für Wolf und Katze gefordert, könnten da ja auch Papaya-Kerne helfen wie potentiell bei den Mustangs und selbst der Bauer, der seiner Mäusefänger nicht habhaft werden kann, kriegt vielleicht Papayakerne ins Futter geschmuggelt – es sei denn das kriegt ein Pharmakonzern mit. Die zahlen dann eine Studie und danach ist dann wissenschaftlich erwiesen, dass man sich über Jahrtausende geirrt hat: Papaya war noch nie empfängnisverhütend, gegen Würmer hat es auch noch nie geholfen und Papaya wird dann bestimmt als brandgefährlich erforscht im Gegensatz zur völlig harmlosen Chemie – welches Jahr schreiben wir noch gleich? 1984?

Aber wer braucht schon wilde Tiere, wenn man sich welche züchten kann, die dann alle gleich aussehen: Tiere in Uniform – allerliebst. Außer in Afrika, aber auch da befürchte ist, dass die letzten wilden Tiere auf der Welt ebenfalls bald der Zucht geopfert werden – vielleicht Kurzhalsgiraffen oder Bonsai-Elefanten. Und die Züchter sind dann wahrscheinlich genauso gut organisiert wie die Pharmakonzerne, nur dass es dann Zuchtverbände sind – und wenn man es oft genug wiederholt und auf Facebook geschickt Trolle platziert, glaubt irgendwann auch der letzte Depp, dass die Zucht nur einer Sache dient: Dem Tierwohl – ist wie beim Mustang Makeover. Da geht es auch nur und ausschließlich um Tierschutz und so gar nicht um den schnöden Mammon – wer was anderes behauptet, hat automatisch gegen irgendeine selbst geschaffene Netiquette der Doppelmoral verstossen. Aber genau wie beim Mustang Makeover einige tolle Trainer mitmachen, gibt es auch beim handelsüblichen Tierzüchter die Guten und die schwarzen Schafe.

Die Prozentzahlen von Schwarz-Weiß-graumeliert kann ich zwar nicht beurteilen, aber dass dieses menschliche Einwirken mit gelegentlicher Inzucht nicht ausschließlich dem Tierwohl dient, das konnte ich herausfinden. Ich habe nämlich kurzerhand eine Tierärztin gefragt bzw. gleich zwei. Das waren die falschen Quellen erfuhr ich von den Facebook-Inquisitoren, denn diese inkompetenten Tierärztinnen hatten doch wirklich die Dreistigkeit unisono zu sagen, dass Zuchtkatzen wie z.B. Europäisch Kurzhaar ständig was am Herzen haben und viel anfälliger sind als die stinknormale Stallkatze, die meines Erachtens vom Aussterben bedroht ist, weil es bald auf dieser Welt wohl nichts mehr gibt, was nicht vom Menschen kontrolliert wird. Und wer das Märchen glaubt, dass es bei Zuchtkatzen keine Fehlbildungen oder Mißgeburten gibt, der glaubt wahrscheinlich auch an den Weihnachtsmann und den Osterhasen.

Aber jetzt zum Schluß dann doch mal todernst. Ich wähle Grün und es ist mir schnurzpiepegal, wenn die Grünen im Moment aufgrund ihrer Menschlichkeit vom Egoismus der Wähler und der Skrupellosigkeit der Machhabenden regelrecht überrollt werden und an Ansehen verloren haben. Warum? Weil ich Natural Horsemanshiplerin mit Leib und Seele bin und an Pat Parellis Motto in allen Lebensbereichen glaube:

„Keep it natural“

Und überall da, wo dieses Motto nicht greift, sollte man mal darüber nachdenken, ob die Flüchtlingskrise nicht von uns hausgemacht ist, weil wir nämlich schon vor Jahrhunderten die Welt beschlagnahmt haben. Kolonien genannt und dann mit dem Finger auf der Landkarte schnurgerade Grenzen zu ziehen, das schafft Minderheiten und die werden ja gerne unterdrückt und dann knallt es: Landläufig Krieg genannt.

Und noch ein Wort zur Inklusion. Meine Kinder sind auf einer Inklusionsschule und auch wenn das Geld hinten und vorne nicht reicht, weil die Bundesregierung gut im Aufgaben verteilen ist, aber das zugehörige Geld nicht oder nur unzureichend rausrückt, sind die vielen tollen Inklusionsmodelle angeblich nicht umsetzbar: Einzelbetreuungen, Rückzugsräume und, und, und. Die unzähligen Möglichkeiten der Schulen ohne Ausgrenzung hat mir mein Sohn Janik erklärt, der ja auch hier im Blog schon etwas geschrieben hat – HIER zu finden: Das unfreiwillige Abenteuerbad, in dem lustige politische Schildbürger ihr Unwesen treiben.

luge-vom-sozialstaat-bildWer meine Texte kennt, der weiß mittlerweile ja, dass Satiren nicht immer lustig sind, ich meine Texte gerne so nenne, weil ich dann das Recht habe zu übertreiben, zu ironisieren und zu verspotten. Deswegen hier noch mal mein Lieblingslink:

http://sarkasmus-ironie-zynismus.de/merkmale-der-satire/

Es gibt von mir aber auch eine Satire, die tatsächlich sogar lustig ist, aber das ist ein Buch – alles andere sind Pferdebücher, die ebenfalls obigen Keep-it-natural-Motto folgen.

http://www.12oaks-ranch.de/buchtipps/

Ach übrigens hatte ich das Mustang Makeover um Stellungnahme gebeten, aber wir konnten uns über schriftlich oder telefonisch nicht ganz einig werden. Was nicht ist, kann aber noch werden. Bis dahin könnt ihr meine 25 Fragen an den MMO lesen und zwar HIER

Transportkosten werden offenbar doch verzollt  – hier die Links. Sorry für den Fehler:

http://gklatte.de/import/ & www.pferdespiegel.com/pferdespiegel-serie/pferdeimport/

Ein Pferd als Märtyrer – Evita soll nicht umsonst gestorben sein

0 13082579_1106885462697413_387456707230253228_nWie kann man da als Besitzer zusehen – den Besitzerin sollte man lebenslanges Tierhalteverbot aufbrummen„, war einer der unzähligen Kommentare, die man Mitte Dezember auf Facebook zu lesen bekam. Es ging um das Pferd Evita, das durch umstrittene Methoden des Zirkustrainers Peter Pfister zu Tode kam. Dennoch bekam ich subjektiv den Eindruck, dass mehr Leute den Besitzern oder auch der Reitbeteiligung die Schuld an diesem grausamen Tod gaben als dem Trainer, dem ja immerhin von der Reitbeteiligung gesagt wurde, dass sie das nicht möchte, der ihren Einwand jedoch mit „Ich aber“ rigoros „abwürgte“. Daraufhin lief die Reitbeteiligung bestürzt und vor Hilflosigkeit weinend aus der Halle. Als sie sich gefangen hatte und zurückkam, war das Pferd tot: Genickbruch nachdem es 13 Mal gestiegen war und sich drei Mal überschlagen hatte.

Die arme Frau – warum hat ihr niemand von den anderen Teilnehmern beigestanden, als sie sagte, dass sie das nicht will? Das interessiert den Facebook-Mob aber leider nicht, denn der meint, die Reitbeteiligung hätte dann eben körperlich eingreifen müssen. Aber erstens gehört ihr das Pferd nicht und zweitens wäre sie womöglich mit Schimpf und Schande vom Hof gejagt worden, wenn sie es getan hätte – wahrscheinlich  mit einer (berechtigten) Anzeige wegen Körperverletzung im Gepäck.

In folgendem verlinkten Blogbeitrag wird sogar bemängelt, dass die Reitbeteiligung gefilmt hat – wobei sie den Film mit Evita nicht drehen konnte, denn sie war ja eine der Personen, die im folgenden Blog (bei Niederschrift dieser Zeilen) als „Koryphäe, die sich in die Hose macht“ bezeichnet wurde, dabei war es der erste Zirkuskurs ihres Lebens, den man ihr geschenkt hat und den sie von Vorneherein mit Bauchschmerzen besucht hatte:

Ich hätte mir aber auch in die Hose gemacht und wäre wohl wie gelähmt gewesen. Da sie sich mit ihrem „Ich-will-das-so-nicht“ nicht durchsetzen konnte, weil sie die Einzige von vielen waren, die den Mund aufgemacht haben, hat sie einen anderen Weg des Widerstandes gefunden: Sie hat gefilmt.

Das ist doch genau das, was Tierschutzorganisationen in den Massentierhaltungsbetrieben machen: Sie sichern Beweismaterial und auch das erfordert eine Menge Zivilcourage. Auch die Tierschützer rennen nicht in die Fleischindustrie-Schlachthäuser und retten einzelne Tiere, aber ihre Videos rütteln auf und das rettet möglicherweise und hoffentlich mehr Tieren das Leben, als wenn man einem Einzelnen das Leben rettet und dafür im Gefängnis landet. Würde es die Videos nicht geben (das Evita-Video ist nicht von der Reitbeteiligung, aber zwei andere), wäre Pfister mit heiler Haut davon gekommen, denn die Fachpresse hat ihn quasi freigesprochen – ihm zumindest ein Forum gegeben, wo er sagen durfte, dass auch die Besitzer einen Teil verantworten müssten, weil sie einen Teil der Vorgeschichte des Pferdes verschwiegen hätte. Gerüchten zufolge soll aber zumindest dem HORSEMAN und der MEIN PFERD die Wahrheit bekannt gewesen sein.

Da sich ja jetzt auf Facebook herausgestellt hat, dass jeder Zweite eingegriffen hätte, dann sollte doch auch jeder Zweite bei der Massentierhaltung eingreifen: in die Tierfabriken und Schlachthäuser gehen und den Schlachtern das Beil aus der Hand nehmen. Es wundert mich nach all diesen Kommentaren, dass es nicht mehr Menschen gibt, die sich vor die unnötigen Tiertransporte werfen, wo Baby-Kühe jämmerlich verdursten und vereinzelte Tiere mit gebrochenen Beinen von ihre bemitleidenswerten Mitgeschöpfen niedergetrampelt werden.

Die Wahrheit ist: Nur wenige stellen sich der Fleischindustrie in den Weg und was machen die wenigen? Genau: Sie filmen und leiten die Videos an TV, Presse und die Veterinärämter weiter. Und genau das hat die Reitbeteiligung getan (also gefilmt und Videos Privatpersonen gezeigt). Das Leben von Evita konnte sie nicht retten, aber sie rettet Hunderte oder gar Tausende anderer Pferdeleben,weil eine solche Diskussion immer auch ein Umdenken nach sich zieht: Nicht nur bei den unmittelbar Betroffenen, sondern bei jedem, der so ein Video sieht. Denn es geht ja nicht nur darum, ob ein Pferd bei diesen Methoden tatsächlich stirbt – andere Pferde lassen ihre Leben, obwohl ihr Herz nach wie vor schlägt. Denn wenn ein Pferd gebrochen ist und in erlernter Hilflosigkeit nur vegetiert, dann ist das kein lebenswertes Leben (wobei ich nicht gesagt haben will, dass das auf Pfister zutrifft).

Es ist bitter und hart für Pfister, aber im Interesse des niemals endenden Lernprozesses, wenn Zirkustrainer Uwe Jourdain diese falsch praktizierten Methoden anprangert – auch auf die Gefahr hin, dass man ihm Neid unterstellt, wie es in der MEIN PFERD abgedruckt wurde (Satire über die Presse im nächsten Beitrag) und ihm der Facebook-Mob vorwirft, er würde auf diese Weise auf Kundenfang gehen. Aber das scheint er nicht nötig zu haben, denn es gibt nämlich auch die anderen Kommentare, die die besagen, dass auch Jourdain vor 15 Jahren mit Fußlonge à la Pfister gearbeitet hat, aber dass er daraus gelernt hat, dass es auch bei ihm schief ging, wenn auch weniger dramatisch. Viele Menschen bescheinigen ihm hingegen, dass er in seinen Kursen andere Wege aufzeigt und mitteilt, dass man bei ihm eben nicht binnen eines Wochenendkurses das Kompliment erlernen kann, weil dieses über Wochen vorbereitet werden muss. Andere Leute bescheinigen genau das auch Peter Pfister, der kein Scharlatan ist und vieles weiß, aber bei Evita die Momente einfach nicht gesehen hat, wo er problemlos hätte abbrechen können, was er nicht bestreitet.

Auch ich habe übrigens nach Methoden gearbeitet, die ich von Pfister-Schülern oder ihm selbst gelernt habe. Das will ich nicht verbergen und werde diese Videos im Laufe des Januar in meinem Zirkus-Vlog-Kanal hochladen: Meine Pferde haben das problemlos akzeptiert, weil wohl 90 Prozent der Pferde kein Problem mit der Fußlonge haben, wenn man sie entsprechend vorbereitet – idealerweise in Tagen, Wochen oder Monaten.

Hört hierzu auch folgenden Podcast der Dressurstudien, in dem Herausgeberin Claudia Sanders mit Anwalt und Redakteur Nils Michael Becker ebenfalls die Thematik diskutiert, wie ein Besitzer oder eine Reitbeteiligung sich in dieser Situation verhalten kann oder muss und was wir daraus lernen:

https://www.dressur-studien.de/podcast-toedlicher-zirkus-das-dilemma-der-verantwortung/

Und aus aktuellem Anlass, den dieser Podcast jetzt aufwirft, wird jetzt dieser Blogbeitrag wieder viel zu lang, denn es gibt  von Frau Sanders einen kleinen Seitenhieb in meine Richtung (der sich auf DIESEN BEITRAG beziehen könnte). Sie kritisiert, dass sich auch Blogger zum Thema Pfister äußern (ja aber sie selbst doch auch) und erwähnt, dass jemand (ich etwa?) nicht weiß, ob er Trainer oder Journalist sein will und auch Videos einstellt, wie man es besser macht. Meinen Senf dazu gibt es HIER:

Da ich nicht weiß, ob ich Trainer oder Journalist sein soll … oder noch lieber Autor, reihe ich mich ein in die große Gruppe, der Trainer, die Pferdebücher schreiben:

pferde-vermenschlichen-aber-richtig-bildBei „Pferde vermenschlichen aber richtig“ gebe ich Denkanstösse und bei „Westernreiten meets Natural Horsemanship“ regelrechte Trainingstipps, die im DEZEMBER von jemandem getestet wurden, dem ich noch nie im Leben begegnet bin. Aber wenn ich und auch Peter Pfister himself nach allem, was geschehen ist, versuchen zu lernen, dann werden das auch andere tun und wenn das passiert, dann ist Evita nicht umsonst gestorben. Auch wenn ich weiß Gott nicht frei von Fehlern bin und in manchen Situationen meines Lebens gerne die Zeit zurück stellen würde, so versuche ich etwas zu bewirken, nicht nur mit diesem Blog, sondern auch als Mitglied der Grünen: Dort in Sachen Massentierhaltung; in Sachen Pferdeausbildung im Blog und in meinen Büchern, die ich Euch wärmstens ans Herz lege, denn sie sind nicht nur mit Herzblut geschrieben; ich schreibe darin auch über all die Fehler, die ich mir in meinem Pferdeleben habe zuschulden kommen lassen, aber ich schreibe auch, was es mich gelehrt hat und welche Alternativen ich gefunden habe. W meets NHS BildDenn Fehler machen wir alle und manchmal sind es fatale Fehler, beispielsweise, wenn wir durch Unachtsamkeit einen Verkehrsunfall verursachen. Am Ende kommt es nur auf eines an: Lerne ich aus den Fehlern und stehe dafür ein oder tue ich es nicht? Ein neues Buch ist bereits in Arbeit, wo der Fall Evita von allen erdenklichen Seiten beleuchtet wird. Der Anteil der Presse, PR-Analysen und einen pferdegerechten Weg wie man Zirkuslektionen erarbeiten kann, den Eva Wiemers aufzeigt  – und zwar MIT Fußlonge.

Unterhalb findet ihr zwei Videos – eines ist nicht von mir und zeigt das Milgram-Experiment, das beweist, dass der Mensch an sich so autoritätshörig ist, dass er nicht nur zusieht, sondern sogar Täter wird und selbst dann Täter bleibt, wenn jemand Schmerzenslaute von sich gibt. Darunter mein React-Video zu Buck Brannaman, denn auch hier wurde ein Pferd am Hinterbein gefesselt, damit man es reiten kann. Dieses Pferd war nicht so duldsam wie Evita und hat seine Peiniger angegriffen, die sich keiner Schuld bewusst waren und dem Pferd stattdessen einen Gehirnschaden diagnostizierten, der von keinem Tierarzt bestätigt war, sondern auf Hörensagen der Besitzerin beruhte.